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"Arbeitskreis der lateinamerikanischen Vereine Baden-Württemberg e.V."
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Argentinischer Kreis Baden-Württemberg e.V.
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| Der gaucho, |
| Freiheitsheld, Anarchist, Naturmensch. Gibt es ihn noch?
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| Mittwoch, den 29. September 2010 |
| 19:00 Uhr - Rathaus Stuttgart - Mittlerer Sitzungssaal - 4° Stock |
Moderation .: Dipl. Ing. Federico Buehler
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Vortragender .: Dr. Pedro Pluhar
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Karl May, in früheren Zeiten ein Idol der deutschen Lesejugend, zitiert im Band 12 seiner gesammelten Werke
"Am Río de la Plata" aus einem "spanischsprachigen Buch":
"Der Gaucho hat in seiner Wesensart die wilde Entschlossenheit und den unabhängigen Sinn dieser Ureinwohner
(der Indios) und zeigt dabei den Anstand, den Stolz, die edle Freimütigkeit und das vornehme, gewandte Betragen
des spanischen Caballero..."
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Der ebenfalls gern gelesene Sir Walter Scott, Autor des "Ivanhoe", ist da anderer Meinung:
"Die weiten Ebenen von Buenos Aires, sind ausschließlich von wilden Christen bewohnt, die ‚Huachos
(für Gauchos)' genannt werden, deren wichtigstes Möbelstück Pferdeschädel sind, deren Ernährung aus
rohem Fleisch und Wasser besteht und deren Hauptzeitvertreib es ist, Pferde in Gewaltritten zuschanden zu reiten..."
Domingo Faustino Sarmiento, der große Schriftsteller, Journalist, Publizist und Politiker (Präsident Argentiniens
von 1868-1874), kein Freund der Gauchos und Gegner von José Hernández, dem Autor des Gauchoepos "Martín Fierro",
gibt eine ausgewogenere Charakterisierung des Gauchos (in "Facundo" 1845):
"Der böse Gaucho ist Coopers 'Falkenauge' und Trapper, mit all seinem Wissen von der Wildnis, seiner Abneigung
gegen die Ansiedlungen der Weißen.... Die Justiz verfolgt ihn seit vielen Jahren, sein Name ist gefürchtet und
wird nur leise genannt, aber ohne Hass und fast mit Respekt. Der böse Gaucho ist kein Bandit, kein Straßenräuber,
der Angriff auf das menschliche Leben kommt für ihn nicht in Frage...er stiehlt, aber das ist sein Beruf, sein
Geschäft, seine Wissenschaft... Der wagemutige Flüchtling, der einer ganzen (Polizei)Patrouille kämpft, ist für
den Reisenden harmlos..."
Was die Essgewohnheiten des Gaucho betrifft, so hat Sir Walter Scott unrecht, wenn er ihm eine Diät von rohem
Fleisch unterstellt. Fleisch (gebraten) war und ist zwar seine Hauptnahrung, aber daneben genießt er auch eine
"Carbonada Criolla", eine "Mazamorra" oder, in manchen Gegenden einen "Locro".
Was ist vom Gaucho des 19. Jahrhunderts geblieben? Sind seine Tätigkeiten, seine Zeitvertreibe, seine Kleidung,
seine Behausung, seine Ernährung die gleichen wie vor hundertfünfzig Jahren? Dies alles und mehr soll in diesem
Vortrag behandelt werden.
Auch wenn die heutigen Gauchos meist fest angestellt sind, so steckt in ihnen doch noch einiges von dem Freiheitsgefühl
das Martín Fierro, den Helden der Dichtung von José Hernández, beseelt, wenn er singt:
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"Glück heißt für mich frei zu leben
frei wie der Vogel, hoch im Licht;
auf dieser Erde nist' ich nicht
wo's leiden heißt, mehr als genug...."
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und weiter:
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"Ein Gaucho bin ich! Dies begreift
so, wie es meine Zunge spricht.
Wär sie auch größer als sie ist,
die Erde bliebe für mich klein;
die Sonne brennt nicht mein Gesicht,
noch beißt die Viper mich ins Bein."
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*Adolphe Delacour, ex redactor del "Patriote Francais" en Montevideo.
** "Facundo".
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